gestresste Lehrerin am Laptop mapodile/E+/GettyImages
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Bei virtuellen Unterrichtsstörungen wirkungsvoll intervenieren!

Alessandro Totaro
Lesedauer: 02:30 Minuten
Natürlich gibt es auch im virtuellen Unterricht immer wieder Lernende, welche die Klasse durch Unruhe, Scherze oder andere Störungen beeinflussen. Dafür können Sie im Vorfeld bereits einige Maßnahmen ergreifen. Doch sollten alle Präventionsmaßnahmen, die Sie ergriffen haben, nicht ausreichen – und Schüler:innen doch einmal den Unterricht stören – gibt es Wege, die Ihnen helfen, die Situation wieder zu entspannen. Im Folgenden geben wir Ihnen fünf Tipps, um bei Unterrichtsstörungen besonnen und wirkungsvoll zu intervenieren! Grundsätzlich gilt: Sprechen Sie mit den Beteiligten!

Tipp 1: Gespräch mit der Klasse

Sollte die Störung zu extrem sein, wird beispielweise der Bildschirm geteilt und Ihr Unterricht bewusst gestört, müssen Sie den Unterricht vorerst abbrechen. Suchen Sie das Gespräch mit der Klasse und machen Sie klar, dass eine derartige Unterrichtsstörung das Lernen für Alle behindert.
 

Tipp 2: Gespräch mit Klassenlehrer oder Klassenlehrerin

Wenn ein Gespräch im Plenum der Klasse keine Wirkung zeigt, sollten Sie Kontakt zur Klassenlehrerin oder zum Klassenlehrer aufnehmen. Dieser hat in der Regel die beste Beziehung zur Klasse, da er sie gut kennt. Gemeinsam mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin sollten sie das Gespräch mit der Klasse suchen und gemeinsam thematisieren, dass derartige Unterrichtstörungen der gesamten Klasse schaden, der Unterrichtsstoff nicht gelernt werden kann und auf diese Weise schwache Leistungen in der Leistungsmessung zu erwarten sind. Appellieren Sie an die Vernunft der Schüler:innen.
 

Tipp 3: Methodenwechsel

Wenn wiederholt Störungen vorkommen, ist ein Methodenwechsel möglicherweise hilfreich. Ein zu langer und zu monotoner digitaler Frontalunterricht könnte der Grund für Unterrichtsstörungen sein, da die Lernenden sich nicht mehr konzentrieren können. Um dem Entgegenzuwirken, können Sie spielerische Übungen einbauen oder Sie lassen die Klasse eine Aufgabenstellung in einer Gruppenarbeit erledigen, indem sich die Lernenden in verschiedenen Chaträumen treffen und am Ende das Ergebnis ihrer Gruppenarbeit vorstellen können.

Tipp 4: Schüler-Gespräch

Sollte es trotz Methodenwechsel und Gespräch im Plenum weiterhin zu Unterrichtsstörungen kommen, sollten Sie das direkte Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler führen. Finden Sie heraus, was der Grund für das Verhalten ist. Ist sie oder er unter- oder überfordert? Sucht sie oder er Aufmerksamkeit, weil sie oder er keinen anderen Weg als die bewusste Störung sieht? Das Gespräch kann helfen, denn Sie können Interesse zeigen und auch diese oder diesen Lernenden wertschätzen, indem Sie auf ihn eingehen und gemeinsam Lösungen besprechen, damit die Störungen aufhören. Offene Fragetechniken können Ihnen hierbei helfen ein professionelles und konstruktives Schüler-Gespräch zu führen.

 

Tipp 5: Eltern-Gespräch

Sollte auch das persönliche Schüler-Gespräch nicht helfen und die oder der Lernende ist weiterhin ein Störfaktor für den Unterricht, kann ein Eltern-Gespräch hilfreich sein. Auch hier ist es wichtig, dass die Schülerin oder der Schüler nicht vor der Anklagebank steht. Versuchen Sie im Dialog mit den Eltern und der oder dem Heranwachsenden ein lösungsorientiertes Gespräch zu führen. Wenn auch diese Interventionsmaßnahme keine Frucht bringt, muss der oder die Lernende für eine gewisse Zeit aus dem Fernunterricht im Videochat ausgeschlossen werden. Er erhält dann Aufgaben per Mail, löst diese daheim und sendet seine Ergebnisse und Lösungsvorschläge dem Fachlehrer bzw. der Fachlehrerin. Der oder die Lernende erhält dann ein digitales Feedback zu seinen erledigten Aufgaben. Diese Maßnahme sollte jedoch erst dann angewendet werden, wenn die vorher erwähnten Ansätze keine Verbesserung bewirken konnten.