Smartboard Schule - Illustration Kinder und Lehrkraft beim Unterricht mit einem Smartboard elenabs/iStock/Getty Images Plus
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Das Smartboard an der Schule effektiv einsetzen

David Mohr
Lesedauer: 04:34 Minuten

Beim Blick in die Klassenräume sind Smartboards an Schulen – auch interaktive Whiteboards genannt - immer häufiger zu finden. Sie gehören mittlerweile fast zur Standard-Ausstattung. Immer mehr Verlage bieten digitale Materialien an, die bisher jedoch eher selten eingesetzt werden. Denn häufig schrecken Lehrkräfte wegen mangelnden technischen Know-Hows vor dem Gebrauch des Smartboards zurück. Dabei stellt es sich, einmal verstanden, als äußerst wertvolles und motivierendes Unterstützungsmedium heraus.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie das Smartboard in der Schule den Unterricht nachhaltig bereichern kann. Schritt für Schritt werden Ihnen die verschiedenen Funktionsweisen erklärt, sodass Ihnen – ob Profi oder Anfänger:in - nichts mehr im Wege steht, das Smartboard erfolgreich in Ihren Unterricht zu integrieren.

Ein ganz schön smartes Board

Was ist dieses Smartboard überhaupt? Es handelt sich um ein berührungsempfindliches System, durch das Elemente von Lehrer:innen und Schüler:innen an einer Weißwandtafel mithilfe von Beamer und Computer interaktiv gesteuert werden können.

Einfache Bedienung durch Wischer, Stift oder Handberührung

Je nach Hersteller unterscheiden sich die Smartboards hinsichtlich ihrer technischen Merkmale und ihrer Software. Ein bekanntes Modell ist das der Firma „SmartTech“.
Zum Smartboard in der Schule gehören Stifte, mit denen Sie ohne Tinte auf der Oberfläche schreiben können. Ansonsten geht das auch mit den Fingern. Das Smartboard merkt sich übrigens, welchen Stift Sie zuletzt herausgenommen haben und verwendet diese Farbe automatisch. Mit einem Wischer können Sie z.B. fehlerhafte Wörter einfach wegwischen.

Abb. 1: Das Smartboard der Firma SmartTech

Wichtig!
Die Stifte haben keinerlei Technik. Wenn sie einmal herunterfallen, ist das kein Problem. Achten Sie jedoch darauf, nur mit diesen Stiften auf dem Bildschirm zu schreiben. Die Weißwandtafel des Smartboards ist kein Whiteboard. Dementsprechend sind Whiteboard-Stifte nicht für das Smartboard zu gebrauchen und würden den Screen beschädigen.

Das Smartboard als klassische Tafel

Haben Sie noch nie ein Smartboard in der Schule benutzt? Kein Problem. Anfangs können Sie es wie eine klassische Tafel verwenden. So können ganz einfach Inhalte wie bei der klassischen Tafel aufgeschrieben werden. Zusätzlich können ansprechende Tafelbilder auch gespeichert und ausgedruckt werden.

Abb. 2: Einfach ansprechende Tafelbilder erstellen mit dem Smartboard in der Schule 

Tipp
Manchmal kommt es vor, dass der Mauszeiger nicht dort erscheint, wo Sie mit dem Finger oder Stift auf dem Touchscreen ansetzen. Die Lösung: Das Smartboard muss kalibriert werden. Dabei werden verschiedene Punkte gezeigt, die Sie nacheinander mit dem Stift berühren müssen.

Interaktiver Werkzeugkasten

Das Smartboard in der Schule sollte jedoch nicht in Konkurrenz zur klassischen Tafel gesehen werden. Es stellt vielmehr eine Art interaktiven „Werkzeugkasten“ (Windbrake 2010, S.7) dar. Den Lernenden werden vielfältige Möglichkeiten geschaffen, Konzepte zu explorieren, gemeinsam Informationen zu sammeln und zu strukturieren, verschiedenste Medienformen einzusetzen“ (Kohls 2010, S.8).

Vorteile des Einsatzes des Smartboards in der Schule

(nach Kohls 2010, S. 9 und Bosse 2011, S. 30 f .)

  • Fördert die Motivation Ihrer Schüler:innen
    Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten (Spiele, Videos, als Tafel etc.) machen den Unterricht für Lehrende und Schüler:innen attraktiver.
  • Interaktive Visualisierung
    Erweitern Sie z.B. eine Mindmap/ Tafelbild gemeinsam mit den Schüler:innen.
  • Medienmix
    Auf einfache Weise lassen sich Bilder, Texte, Audio- und Videodateien verknüpfen.
  • Kognitive Entlastung
    Farbliche Markierungen und grafische Elemente (Pfeile, Smileys etc.) unterstützen das Gesehene – perfekt für die visuellen Lerntypen in Ihrer Klasse.
  • Individuell auf die Schüler:innen eingehen
    Dank der digitalen Materialien können Lerninhalte mit wenigen Klicks individuell zugeschnitten und differenziert werden.
  • Ergebnissicherung
    Verschiedene Lösungswege werden einfach visualisiert und können auch in den nächsten Stunden wieder aufgegriffen und sogar ausgedruckt werden.
  • Medienkompetenz
    Vor allem die Suche, Bewertung und Nutzung vielfältiger Informationen fördert die Medienkompetenz Ihrer Klasse.

Zwei Grundpfeiler für den Gebrauch des Smartboards

  1. Die didaktische Einbindung muss sinnvoll und zielführend sein.
  2. Das Potenzial und der Nutzen des Smartboards an der Schule hängt vom Anwendungswissen der jeweiligen Lehrkraft ab. Sie müssen also verstehen, wie es funktioniert.
Nur dann dient der Einsatz des Smartboards als optimales Zusatzangebot des Unterrichtsgeschehens. Nehmen Sie sich also Zeit zum Ausprobieren und Kennenlernen des Geräts und der Software. Je häufiger Sie „üben“, desto sicherer werden Sie mit dem Umgang von Smartboards an der Schule. Falls Sie sich noch nicht so sicher fühlen, folgen Sie einfach unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Arbeiten mit dem Smartboard – eine Schritt für Schritt-Anleitung

Einrichten des Smartboards
  • Das Smartboard wird mit einem Beamer verbunden.
  • Software auf dem Schulrechner installieren.
  • Smartboard per mitgeliefertem USB-Kabel mit dem PC verbinden.
Tipp
Richten Sie sich die Software auch auf Ihrem eigenen Computer ein. So können Sie viele Funktionen auch ohne Anschluss an das Gerät austesten. Außerdem können Sie so Unterrichtsmaterialien bequem von zuhause vorbereiten und per USB-Stick auf dem Smartboard in der Schule nutzen. Es ist auch möglich, den eigenen Laptop an das Smartboard anzuschließen.

Software starten
  • Das Hauptfenster öffnet sich mit Klick auf den Smartboard-Icon.
  • Steuern Sie die Anwendungen per Hand auf dem Touchscreen an der Wand oder per Mauszeiger am PC.


Abb. 3: Das Hauptfenster mit den verschiedenen Buttons und Funktionen 

Die drei Bereiche des Hauptfensters
  • Die Eigenschaftsleiste am oberen Rand: Mit diesen Buttons können Sie Ihr Tafelbild gestalten. Beispiele: Tabellen einfügen, radieren, unterstreichen, farbig markieren etc.
  • Die schwebende Werkzeugleiste an der linken Seite: In diese Leiste verschieben Sie Funktionen, die Sie häufiger benutzen - sozusagen als Schnellzugriff.
  • Die Registerkarten am linken Rand: Gestalten Sie Ihre weiße Folie mit weiteren Medienarten: Bilder etc.
Funktionen zur Tafelgestaltung am Smartboard


Klicken Sie auf das Stift- und Eigenschaftssymbol, um eine andere Farbe zum Schreiben auszuwählen. Auch Strichstärke und Linienstil sind einstellbar.
Mit dem Kreativstift können Sie kreative Elemente einfließen lassen (Smileys, Graffiti-Buchstaben)
Heben Sie Wichtiges mit dem Textmarker hervor.
Vergrößern Sie mit diesem Symbol die Fläche des Wischers zum Löschen von einzelnen Elementen.
Dieses Symbol klicken Sie an, wenn Sie größere Einheiten vom Tafelbild löschen möchten.
Das Rückgängig-Symbol funktioniert wie bei Word.
Zeichnen Sie Linien oder Pfeile.
Fügen Sie verschiedenfarbige Formen ein.
Durch dieses Symbol werden Tabellen auf dem Tafelbild erstellt. 
Fügen Sie Textfelder ein.

Weiterführende Literatur

Kohls, Christian (2010): Mein Smart Board. Das Praxishandbuch für den erfolgreichen Einsatz im Unterricht.
Windbrake, Tobias: Vorwort. In: Kohls, Christian: Mein Smart Board. Das Praxishandbuch für den erfolgreichen Einsatz im Unterricht. 2010. S. 7.

Fazit

Das Smartboard ist für die Schule ein wertvolles Unterstützungsmedium, das vielfältige Chancen bietet, den Unterricht mit neuen Medien zu bereichern. Die einfache Bedienung macht jedem Nutzer einen Einstieg leicht und erste Unterrichtserfolge möglich. Probieren Sie es einfach mal aus und trauen Sie sich, mit unseren Tipps, das Smartboard häufiger in Ihren Unterricht zu implementieren. Die Motivation Ihrer Schüler:innen wird es Ihnen danken.