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Richtig loben im Schulalltag – 3 Kommunikationsstrategien

Lydia Clahes
Lesedauer ca. 4 Minuten

Lob ist das Mittel, um Verausgabung und Anerkennung in Balance zu halten. Richtig zu loben ist nicht immer einfach. Aber es ist eine Kunst, die Sie mit verschiedenen Kommunikationsstrategien und Übungen in Ihrem Alltag als Lehrkraft integrieren können. So werden Sie, Schülerinnen und Schüler, Ihre Schulleitung und Ihr Kollegium zufriedener. Sonst führt eine Dysbalance zwischen Verausgabung und Anerkennung am Arbeitsplatz zu Beeinträchtigung der Gesundheit.

Positive Kommunikation

Positive Kommunikation hängt mit emotionaler Intelligenz und positiven Emotionen zusammen. Dies spiegelt sich auch im alltäglichen Verhalten wider. Freundlichkeit im Kollegium steigert das Wohlbefinden. Gegenseitiger Respekt und freundliche Gesten führen zu einer Aufwärtsspirale, welche für eine Atmosphäre sorgt, in der Lob unbefangen ausgesprochen werden kann. Fragen Sie ihre Kollegin oder Ihren Kollegen doch das nächste Mal einfach, ob Sie ihm oder ihr einen Kaffee mitbringen können.

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Ebenfalls wichtig für eine positive Kommunikation ist das aktive Antworten und Zuhören. Hören Sie aufmerksam zu, wenn jemand aus dem Kollegium Ihre Unterstützung braucht. Wird über einen Erfolg oder ein positives Erlebnis berichtet, gibt es verschiedene Wege, um zu antworten.

DOs

  • Wenden Sie sich dem anderen zu und nehmen Sie ihn wahr.
  • Vermitteln Sie ehrliche Anteilnahme.
  • Seien Sie im Kontakt zu anderen korrekt, höflich und freundlich.
  • Gönnen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen Erfolge.

DON'Ts

  • Vermeiden Sie fehlende emotionale Beteiligung.
  • Stellen Sie die Einstellung und Gefühle anderer nicht in Frage und werten Sie diese nicht ab.
  • Wenden Sie sich nicht von Ihrem Gegenüber ab und ignorieren Sie es nicht.
  • Versuchen Sie nicht Gespräche grundsätzlich zu vermeiden.

Konstruktive Kritik und Feedback

Auch bei Feedback und konstruktiver Kritik können ein paar Punkte beachtet werden, um Kommunikation so positiv wie möglich zu gestalten. Senden Sie in jedem Falle mehr positive als negative Botschaften. Loben Sie mehr, als dass Sie kritisieren. Die Faustregel hierzu ist 5:1 und geht auf den Paarforscher John Gottmann zurück. Auf 1 negative Aussage sollten 5 positive folgen. Das führt zu einer guten Beziehungsstabilisierung.

Gelingt diese Faustregel nicht, kann die Harvard-Regel angewendet werden. Hierbei wird die Sache von der Person getrennt. Ein kritisches Feedback oder eine unangenehme Wahrheit sollte sich auf das Verhalten in einer bestimmten Situation konzentrieren und nicht auf die Person im Allgemeinen. Treffen Sie keine pauschalisierten und generalistischen Aussagen, sondern beziehen Sie sich auf ein einzelnes Ereignis.

Schaffen Sie Möglichkeiten für ein positives Feedback und drücken Sie Ihre Wertschätzung aus. Lob zu geben, bedeutet Aufmerksamkeit und Energie für die Suche nach entsprechenden Anlässen aufzuwenden. Wenn Sie die Stärken, Talente und Fähigkeiten Ihres Kollegiums kennen, können Sie Möglichkeiten schaffen, diese einzusetzen.

Lobsucht und Selbstlob

Unabhängig vom Lob anderer zu sein, fördert die Gelassenheit. Übernehmen Sie sich nicht mit zusätzlicher Arbeit nur um an Lob zu gelangen. Dem grenzenlosen Arbeitswillen liegt oft die Erwartung auf Anerkennung und Lob zugrunde.

Humor hilft sich von der Sucht nach Lob zu distanzieren. Bleiben Sie im Alltag locker. Ein ausbleibendes Lob hat nichts mit Ihrem Können zu tun. Ebenfalls sollten Sie an Ihrer Erwartungshaltung arbeiten. Das Wichtigste ist, dass Sie für sich selbst wissen, was Sie geleistet haben. Versuchen Sie nicht, ein ausbleibendes Lob einzufordern. Auch wenn Sie sich über die Anerkennung anderer freuen, brauchen Sie diese nicht. Sie wissen, was Sie geleistet haben!

Loben Sie sich selbst!

Vergessen Sie das Sprichwort „Eigenlob stinkt!“. Bleibt ein Lob von einer Kollegin oder einem Kollegen aus, ist es Ihrem Gehirn egal, wenn das Lob von Ihnen selbst stammt. Es sorgt in jedem Fall für ein entspanntes Gefühl, Wohlbefinden und Freude.