Coaching Fragen - Würfel mit Fragezeichen, dazwischen ein Würfel mit einer Glühbirne Cagkansayin/iStock/GettyImages
Lernbegleitung | Kommunikation | Coaching

Wie Sie beim Coaching Fragen richtig stellen

Alessandro Totaro
Lesedauer: 01:50

Der Distanzunterricht ist für Lehrende ebenso herausfordernd wie für Schülerinnen und Schüler. Vor allem persönliche und professionell geführte Gespräche, Coachings, bleiben auf der Strecke, wenn die Präsenz nicht gegeben ist. Hier finden Sie die wichtigsten Grundlagen für ein solches Lehrer-Schüler-Gespräch. Im Folgenden erhalten sie vertiefende Einblicke in die richtige Fragetechnik.

Offene Fragen

Meiden Sie beim Coaching Fragen, die geschlossen sind, denn diese schüchtern die Jugendlichen ein! „Hast du die Hausaufgaben in Englisch erledigt? Wie oft warst du im Online-Unterricht zu spät? Welche Note hast du derzeit in Mathematik?“ Solche Fragen beeinflussen die Gesprächsatmosphäre eher negativ und erinnern eher an ein Gespräch zwischen einem Richter und einem Angeklagten. Offene Fragen hingegen sorgen für eine angenehme und positive Gesprächsatmosphäre. Sie könnten beispielsweise wie folgt formuliert werden:  „Was könntest du zur Lösung des Problems tun? Wie könnte ich dir bei der Lösung dieser Schwierigkeiten helfen? Wie groß ist deine Hoffnung dieses Ziel zu erreichen? Was müsste passieren, dass deine Zuversicht größer wird? Woran würdest du merken, dass es besser läuft? Wie könnte dein erster Schritt aussehen? Was hat dir bisher in solchen Problemsituationen geholfen?“ Diese Fragen ermöglichen es dem Jugendlichen, seine eigene Gedanken und Vorschläge zu formulieren. Diese Art der Fragestellung wirkt sich positiv auf das Gesprächsklima aus und zeigt Ihre Wertschätzung gegenüber Ihrer Schülerin oder Ihres Schülers.

 

Skalierungsfragen

Sie können diese Fragetechnik anwenden, um herauszubekommen, wie stark ein Problem den Jugendlichen beschäftigt. „Stell dir mal eine Skala von 0 bis 10 vor. O bedeutet, dass das Problem gar nicht vorhanden ist, 10 bedeutet, dass es ganz stark ist. Wie würdest du dich momentan auf dieser Skala einschätzen?“ „Welche Zahl auf dieser Skala willst du gern erreichen?“ So erhalten Sie eine persönliche Einschätzung der Schülerin oder des Schülers und können diese dann mit der eigenen vergleichen.

 

Verschlechterungsfragen

Durch Verschlechterungsfragen können Sie den Schüler/die Schülerin überraschen, denn damit rechnet er erstmal nicht. „Was müsstest du tun, damit du noch weniger vom Unterrichtsstoff verstehst?“ „Was müsste passieren, damit du noch weniger Lust hast dich auf die Prüfung vorzubereiten?“ Dieses Gedankenspiel kann helfen festsitzende Verhaltensmuster zu offenbaren, die den Jugendlichen beim Lernen hindern oder demotivieren.

 

Fragen zu Teilschritten

Diese Coaching-Fragen helfen, um gemeinsam mit dem Schüler/der Schülerin Teilschritte zu formulieren. Das große Ziel „Ich möchte eine gute Abschlussprüfung schaffen!“ ist zu weit weg und nicht konkret und zeitnah prüfbar. Daher helfen Fragen wie „Wann willst du damit beginnen?“, „Wie könnte der erste Schritt aussehen?, „Was müsste sich als erstes ändern, damit die Wahrscheinlichkeit dieses Ziel zu erreichen, größer wird?“

 


Tipp

Erstellen Sie sich einen Fragenkatalog im Voraus der Gespräche
Erstellen Sie sich bitte einen Fragenkatalog mit vielen Fragen, wie sie auf dieser Seite beschrieben wurden. Diesen Spickzettel können Sie während des Coaching-Gesprächs neben sich liegen haben und ab und zu darauf schauen, wenn Sie in einem Gespräch nicht weiterkommen.