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YouTube im Unterricht: Das digitale Klassenzimmer schaffen!

Alessandro Totaro
Lesedauer: 02:11

Digitalisierung an Schulen ist (noch) ein heikles Thema, doch vor allem aufgrund der Corona-Pandemie hat diese Form des Unterrichts für viele Lehrende und Lernende an Schrecken verloren. Schließlich hat Schule eine Sozialisationsfunktion und soll die Schaffung von Bildungsgerechtigkeit schaffen, auch wenn eine Präsenz im Klassenzimmer nicht möglich ist. Zudem ist es wichtig, Ihre „persönliche“ Präsenz als Lehrender – gerade in Zeiten der Distanzierung – zu gewährleisten und somit den Lernenden als Bezugsperson erhalten zu bleiben. Wenn Sie noch unsicher sind, wie Sie Videos erstellen, YouTube im Unterricht einsetzen und diese Videos dadurch in die heimischen Klassenzimmer Ihrer Schülerinnen und Schüler bringen können, bekommen Sie im Folgenden einen Einblick sowie ein paar Handlungsanweisungen!

Ihr eigener YouTube-Kanal als virtueller Lernort

Lernvideos zu erstellen und diese dann an die Schüler:innen zu versenden, würde viel Speicherkapazität bei allen Beteiligten erfordern. Leichter geht es, wenn Sie die Lernvideos in einem eigenen Kanal bei YouTube für Ihren Unterricht hochladen und die Klassen sich die Videos jederzeit ansehen können. Damit gewährleisten Sie auch, dass sich die Lernenden individuell den Unterrichtsstoff ansehen und erarbeiten können – ganz nach den jeweiligen Bedürfnissen. So können die Videos an jeder Stelle angehalten oder zurückgespult werden, sollten Inhalte noch unklar sein. Auch Aufgaben lassen sich leicht integrieren, welche die Schülerinnen und Schüler dann selbständig und als Vorbereitung für den kommenden Unterricht zu Hause bearbeiten können. Genauso können sie kurz vor der Prüfung noch einmal alle Videos ansehen und so einen Rundumüberblick zu den Prüfungsthemen erhalten.

 


Diese Art der Vermittlung wird verstärkt im gerade aktuellen Unterrichtsformat, dem „Flipped Classroom Konzept“ genutzt. Hier finden Sie mehr dazu, wie sich das Vorbild aus Finnland auch bei Ihnen im Klassenraum nutzen lässt!

 

Keine Angst vor Videos!

Die Produktion der Lernvideos gestaltet sich relativ einfach. Sie erstellen eine PowerPoint-Präsentation, klicken auf „Einfügen“ und wählen dann „Bildschirmaufnahme“. So können Sie Ihre Aufgaben erklären und am Ende die Medien-Datei als Video speichern, die Sie wiederum später bei YouTube hochladen können.

Geben Sie zudem Ihren Klassen die Möglichkeit, mitzuwirken. Ermutigen Sie sie, welche Themen und Aufgaben für sie relevant sein könnten. So gehen Sie auf die Bedürfnisse der Schüler:innen ein, was wiederum Vertrauen und Sicherheit schafft. Die Lernenden sollten sich in dieser Zeit der sozialen Distanzierung nicht im Stich gelassen fühlen und von Ihnen vermittelt bekommen, dass Sie für sie da sind, wenn man sie braucht, indem sie neue Lernvideos bereitstellen.

 


Beispielhaft finden Sie unter diesem Link den YouTube-Kanal des Mathe-Lerncoach!

Mathe-Lerncoach

 

Alle Vorteile der YouTube Lernvideos im Überblick:


  • Mehr Speicherplatz für Videos
  • Kein Herunterladen der Videos nötig
  • Zugriff für die Schülerinnen und Schüler jederzeit möglich
  • Lerndynamischer Einsatz möglich: Das Lösen von Aufgaben führt zu eigenständigem Erarbeiten von Lerninhalten
  • Indem Sie den Lernenden die Möglichkeit geben, nicht verstandene Themen zu nennen, zu denen sie noch Lernvideos brauchen, vermitteln Sie Ihren Schülerinnen und Schülern Sicherheit

Letzter Tipp: Nehmen Sie Haltung ein

Nehmen Sie eine positive Haltung ein, denn dadurch sind Sie ein Vorbild für Ihre Schüler:innen. Machen Sie den Jugendlichen Mut und motivieren Sie diese zum Lernen und zum Durchhalten. Auch für viele Erwachsene ist diese Zeit eine große Herausforderung. Halten Sie daher keine Moralpredigten vor Ihren Klassen und auch nicht vor Eltern. Versuchen Sie eher das Positive zu suchen und verstärken Sie dieses durch Lob und Zuspruch!