konstruktives Gespräch - zwei Menschen mit Sprechblasen in den Händen - eggeeggjiew/iStock/Getty Images
Kommunikation | Coaching | Lernbegleitung

Die wichtigsten Kommunikationswerkzeuge für ein konstruktives Gespräch

Alessandro Totaro
Lesedauer: 03:00

Es ist nicht immer leicht die richtigen Worte zu finden als Lehrer – aber mit diesen Kommunikationswerkzeugen können Sie als Gesprächspartner für Ihre Schülerinnen und Schüler da sein und Ihnen in schwierigen Situationen zur Seite stehen. Ein konstruktives Gespräch und vor allem konstruktiv formulierte Kritik und zielorientierte Handlungsanweisungen sind dabei – vor allem in Phasen des Online-Unterrichts – von großer Bedeutung.

Ich-Botschaften

Achten Sie darauf weniger „Du-Botschaften“ und mehr „Ich-Botschaften“ zu formulieren. Anstatt „Du machst keine Hausaufgaben und bist faul!“ könnten Sie folgende Formulierung wählen „Ich habe den Eindruck, dass du kaum Hausaufgaben machst, und dies macht mir Sorgen, da du dann den Unterrichtsstoff nicht verstehen kannst.“ Formulieren Sie keine Verallgemeinerungen wie „Du machst nie die Hausaufgaben“ oder „Du kommst immer zu spät in den Online-Unterricht!“

 

Aktives Zuhören

Zu einem konstruktiven Gespräch gehört auch, dass Sie dem/der Jugendlichen aufmerksam zuhören. Halten Sie dabei Blickkontakt und reagieren Sie durch ihre Körpersprache, indem sie nickend zustimmen oder ihrem Schüler/ihrer Schülerin zulächeln. Auch wenn dies selbstverständlich erscheint, es wird manchmal vergessen! Spiegeln Sie zwischendurch die Äußerungen des Schülers/derSchülerin „Verstehe. Du konntest dich also nicht konzentrieren, weil du daheim eine kleine Schwester in deinem Kinderzimmer hast.“ Verbalisieren Sie auch die Gefühle der Schüler und Schülerinnen: „Ich höre heraus, dass du selbst Angst hast die Prüfung nicht zu bestehen.“ Stellen Sie auch Rückfragen, wenn sie etwas nicht richtig verstanden haben. Durch die Technik des Aktiven Zuhörens fühlt sich der Jugendliche ernst genommen und sieht das Coaching-Gespräch als Chance und nicht als Belehrung.

 

Wertschätzung

Stärken Sie den Jugendlichen durch Zuspruch und durch einen Blick auf die Stärken und Fortschritte. „Du hast dich in Englisch sehr bemüht und die Aufgaben versucht. Ich finde es auch toll, dass du deinem Mitschüler bei einer Mathe-Aufgabe in einem Videochat geholfen hast.“ Suchen Sie gezielt nach positiven Erlebnissen. „Worauf bist du stolz?“ Falls es keine positiven Aspekte gibt, können Sie dem Jugendlichen Hoffnung schenken, indem sie ihn aufbauen. „Wir finden eine Lösung. Ich glaube an dich. Du kannst es schaffen, vertrau mir!“

 

Metakommunikation

Bei schwierigen Coaching-Gesprächen kann die Technik der Metakommunikation weiterhelfen. Sie verlassen dann das Gesprächsthema und sprechen über das Gespräch. „Wie war das Gespräch für dich? Was fandest du gut?“ Äußern Sie auch eigene Gefühle zum Gesprächsverlauf „Ich habe das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen.“ Notfalls können Sie die Technik der Vogelperspektive anwenden. „Stell dir vor, ein Dritter schwebt über uns und sieht uns bei unserem Gespräch zu. „Was würde er zu unserem Gesprächsverlauf sagen?“ Sie können auch einen Perspektivenwechsel veranlassen: „Was würdest du mir raten, wenn du der Lehrer und ich der Schüler oder die Schülerin wäre? Mit dieser Methode haben sie ein gutes Kommunikationswerkzeug für ein konstruktives Gespräch an der Hand.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es einen reichen Schatz an Gesprächstechniken, die bei einem wirklich professionellen Coaching-Gespräch sehr effektiv sein können. Der Jugendliche verlässt das Gespräch dann mit einem positiven Gefühl und mit einem Anreiz nun etwas zu ändern. Und vor allem mit der Hoffnung, dass es gelingen kann! Bitte unterschätzen Sie nicht die Bedeutung eines konstruktiven Gesprächs. Es kann ein Motor für das Lernen sein und die Lernmotivation der Jugendlichen stärken und vor allem kann es die jungen Menschen in ihrer Persönlichkeit stärken.