Frau schreibt an ein Whiteboard Jon Feingersh Photography Inc/Digital Vision/Getty Images
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Nichts geht verloren: Dokumentation von Inhalten im Distanzunterricht

Nikola Burkard mit Unterstützung von Franz Fischer
Lesedauer ca. 2 Minuten

Dass der Online-Unterricht besondere Herausforderungen mit sich bringt, ist lange keine Neuigkeit mehr. Insbesondere Lehrkräfte müssen ihre Arbeitsroutinen und Ablagesysteme auf die neue Situation ausrichten. Parallelstrukturen vermeiden und dabei immer den Überblick behalten – über alle Klassen, alle Schülerinnen und Schüler und alle Aufgaben, die anstehen. Im Fokus steht dabei immer, möglichst guten Unterricht zu machen!

Wochenplan versus Stundenplan

So abwechslungsreich die Aufgaben und die zwischen Präsenz- und Fernunterricht behandelten Inhalte sind – auch sie müssen natürlich dokumentiert werden. Zu Beginn sollten sie sich im Sinne des „Clarify“ überlegen, in welchem Rhythmus Sie Unterrichtsinhalte portionieren. Organisatorisch bieten sich hier zwei Möglichkeiten besonders an: die Erstellung von Wochenplänen oder die Portionierung nach Stundenplan, also die Vorausplanung in Einzelstunden.

Wochenplan:

  • Überblick über wöchentliches Arbeitspensum
  • Freiere Arbeitseinteilung durch Schülerinnen und Schüler
  • Erleichterte Abstimmbarkeit mit Aufträgen anderer Fächer
  • Vorausschauende Planungssicherheit für die Lehrkraft
  • Kompakte Form der Inhaltsdokumentation für den Nachgang
  • Leichtere Anpassung des Systems an die Mischform zwischen Präsenz- und Fernunterricht im Wochenrhythmus

Portionierung nach Stundenplan:

  • Aufrechterhaltung der gängigen Schulstruktur
  • Geplante und bewältigbare Arbeitslast für Schülerinnen und Schüler, kein „Berg“ zum Wochenstart
  • Häufigere Eingriffsmöglichkeiten in den Arbeitsprozess durch die Lehrkraft
  • Geringerer „en bloc“- Zeitaufwand für die Lehrkraft bei der Erstellung
  • Detailliertere Form der Inhaltsdokumentation für den Nachgang

Praxisnahe Dokumentationsmöglichkeiten

Die Dokumentation der Inhalte im Fernunterricht ist zum einen gegenwärtig zur Abstimmung mit Kollegen und zum anderen für den Nachgang mit Blick auf das kommende Schuljahr besonders wichtig. Um immer informiert zu sein, welche Menge an Aufgaben die Lernenden aktuell in anderen Fächern zu bewältigen haben, und um diese Information auch über das eigene Fach bereitzustellen, gibt es verschiede Herangehensweisen:

  • Bei der Arbeit mit einer Lernplattform ist beispielsweise die Anlage eines fächerübergreifenden Klassenzimmers denkbar, in das alle Lehrkräfte ihre Aufgaben einstellen, so dass die Schülerschaft und das Kollegium darauf Zugriff haben.
  • Bei Lernplattformen kann das Kollegium in Ihren Kursraum und Sie sich in deren Kurse aufgenommen werden. Nachteil ist hierbei, dass es keinen zentralen Ort für Eintragungen gibt und sich alle Kolleginnen und Kollegen umständlich in den verschiedenen Räumen umsehen müssen.
  • Bei einigen digitalen Tools gibt es die Möglichkeit, ein gemeinsames virtuelles Klassenzimmer anzulegen, in dem Lernende und Lehrende den Überblick über die Inhalte und Aufgaben aller Fächer haben.
  • Ähnlich wie in einen analogen Lehrerkalender, können Sie auch ein digitales Lehrertagebuch führen, aus dem sich dann, wenn alle Lehrer ihre Inhalte in ihr Tagebuch eintragen, ein Klassen(tage)buch synchronisieren lässt.
  • Auch gängige Online-Kalender lassen sich in der Regel mit der Kollegschaft teilen, sodass Sie gegenseitig Ihre Termine und die stichpunktartig eingetragenen Inhalte sehen können.
  • Es besteht die Möglichkeit, eine Art digitales Klassenbuch mit gängigen Office-Programmen anzulegen und dieses Dokument über eine Cloud mit dem Kollegium zu teilen, so dass jede Lehrkraft im Dokument ihre Eintragungen vornehmen kann und immer die aktuelle Version für alle einsehbar gespeichert bleibt.

An die Zukunft gedacht

Um die Nachvollziehbarkeit des Vorgehens für die Schülerinnen und Schüler, Elternschaft und das Kollegium zu erhöhen und die künftige Übernahme der Klasse durch eine andere Lehrkraft zu erleichtern, gehört es zu den wichtigsten Maßnahmen, dass Sie innerhalb der Schulgemeinschaft auf eine gleiche gemeinsame Lösung setzen. So vereinfachen dokumentierte Inhalte die Übernahme einer Klasse und die neue Lehrkraft kann problemlos nachsehen, an welcher Stelle sie die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern sinnvoll fortsetzen kann. Für das kommende Schuljahr sind auch fachschaftsinterne Absprachen über den Wegfall von Inhalten relevant. Da der Fernunterricht trotz aller Möglichkeiten, die er bietet, Präsenzunterricht und bis dato gut funktionierende Arbeitsweisen nicht ersetzten kann, sind möglicherweise nicht alle Lehrplaninhalte im laufenden Schuljahr umsetzbar.